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Am 17.04.2009 fand die
Schecküberreichung von € 5000,--
für das Projekt Aachen-Ost statt.
Der Kiwanis Club Aachen Urbs Aquensis fördert das Engagement des
TheaterAachen im Aachener Ostviertel. Mit "Romeo und Julia" in der Kooperation
zwischen dem TheaterausBruch und dem TheaterAachen erleben die Schauspieler in
dieser Spielzeit große Erfolge.
Das Konzept ist einfach und begeisternd: Junge Leute die größtenteils noch nie
schauspielerisch tätig waren oder mit dem Theater in Berührung kamen, werden für
das "Projekt A" gewonnen und stellen begeisternde Aufführungen auf die Beine.
Das durchschnittliche Alter der Schauspieler liegt bei 2o Jahren, die
größtenteils einen Migrationshintergrund haben. Arbeitslosigkeit, Liebeskummer,
Generationenkonflikt und Gewalt - all die Schwierigkeiten des Alltags, die die
Jugendlichen aus dem Aachener Ostviertel kennen, werden durch den Regisseur
Martin Goltsch vom TheaterausBruch in geschickter Weise in den Theaterstoff
zeitgemäß und brisant eingearbeitet.
Von dieser engagierten Jugendarbeit war auch der KIWANIS Club Aachen begeistert
und unterstützt diese Arbeit mit einer Spende von 5.000 €. Wir beschreiten damit
einen neuen Weg mit dem Stadttheater Aachen und planen für die Zukunft
gemeinsam weitere interessante Aktivitäten
Hier ein Bericht über das Schauspiel:
Die Realität spielt mit
Junge Menschen aus dem Ostviertel bringen in der Rheinnadelfabrik am Reichsweg erneut das Erfolgsstück „Romeo und Julia“ auf die Bühne
Von Martina Stöhr
Aachen. Bis vor Kurzem noch war ungewiss, ob es zu einer
Neuauflage von „Romeo und Julia“ kommen würde. Doch jetzt ist klar: Der
überwältigende Erfolg imvergangenen Jahr wird ein Nachspiel haben: Das
Theaterprojekt mit jungen Menschen aus dem Ostviertel kommt erneut auf die
Bühne, mit zum Teil neuer Besetzung.
„Die Arbeit mit den jungen Menschen aus dem Ostviertel gestaltet sich nicht
immer einfach“, sagt Martin Goltsch, der für die Inszenierung verantwortlich
ist. Er und sein Team hatten eine Reihe von Schwierigkeiten zu überwinden, bevor
sie sicher sein konnten, dass es auch diesmal klappt mit der Premiere.
Die schwierigen Lebensverhältnisse der Schauspieler aus dem Ostviertel bringen
den Probenplan immer mal wieder ins Wanken, und die Arbeit in der
multikulturellen Gruppe wird nicht selten zu einer gruppendynamischen
Achterbahnfahrt, so die Verantwortlichen. Und denen geht es in erster Linie um
das künstlerische Ergebnis:
dass das Projekt auch eine „erzieherische“ Komponente hat, ist für sie in erster
Linie eine Begleiterscheinung – wenn auch eine durchaus willkommene.
Explosives Gemisch
Der Shakespeare-Stoff dient als Vorlage für eine Inszenierung,
in der sich das Leben und die Erfahrungen der jungen Leute aus dem Ostviertel
spiegeln. Die Türkin Julia Capulet und der Deutsche Romeo Montague verlieben
sich und beginnen eine berührende Reise durch die jeweils andere Kultur.
Julias Bruder setzt alles daran, die Liebenden auseinanderzubringen. Bei einem
nächtlichen Kampf eskaliert die Situation und mündet in einem explosiven Gemisch
aus Angst, Rache, Ehre und Flucht. Was es heißt, wenn unterschiedliche
Nationalitäten aufeinandertreffen und sich bis aufs Messer bekämpfen, das wissen
die jungen Leute aus dem Ostviertel zum Teil aus eigener Erfahrung.
Goltsch nimmt ihre Anregungen entsprechend ernst, und die
Dialoge reflektieren ihren Jargon. Immer wieder wurde improvisiert, wurden Texte
neu geschrieben und dann wieder verworfen. Ein zwar mühsames, aber sehr
fruchtbares Unterfangen, so Goltsch.
Die türkische Julia und der deutsche Romeo lieben sich zwar nur
auf der Bühne, also nur zum Schein, dennoch sei es nicht leicht gewesen, eine
türkische Darstellerin für die Julia zu finden. Immerhin müsse sie ihren Romeo
ja küssen – und das gehe vielen muslimischen Vätern entschieden zu weit, meint
Martin Goltsch. Er selbst sei bei der Inszenierung des Stückes an Grenzen
gestoßen, von deren Existenz er nicht einmal etwas geahnt habe, sagt er.
Unbekannte Facetten
Auch den jungen Schauspielern eröffnen die Proben eine neue
Welt. Und das im wahrsten Sinne des Wortes. Denn inzwischen sind sie auch über
Aachen hinaus gefragt. „Es schlummert mehr in einem, als man denkt“, sagt Armiti
Fasihzadeh, die Julias Vertraute und die Freundin ihres Bruders spielt. „Man
entdeckt Facetten an sich, die man gar nicht kannte“, fügt sie hinzu. „Ich habe
Freunde gefunden, mit denen ich Spaß habe. Das alles ist eine unbezahlbare
Erfahrung“, meint Tamer Celtek, einer der „Capulets“. Und Alexander Milz (Romeo)
findet es beeindruckend, vor hundert Leuten zu stehen und dazu beizutragen, dass
„sie Spaß haben und ihren Alltag für eine kleine Weile vergessen“.


Ein Erfolgsstück wird erneut
aufgeführt: In einer modernisierten Fassung von Shakespeares „Romeo und Julia“
sind Alexander Milz und Pinar Camkiran in der Rheinnadelfabrik zu erleben. Foto:
Heike Lachmann
Die Inszenierung von
Martin Goltsch entstand in einer Kooperation von Theater Aachen und
Theater-Ausbruch. Dramaturgie: Lukas Popovic, pädagogische Leitung: Brigitte
Köhr.
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