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AZ 20.04.2009
AN 25.04.2009

Am 17.04.2009 fand die Schecküberreichung von € 5000,--
 für das Projekt Aachen-Ost statt.

Der Kiwanis Club Aachen Urbs Aquensis fördert das Engagement des TheaterAachen im Aachener Ostviertel. Mit "Romeo und Julia" in der Kooperation zwischen dem TheaterausBruch und dem TheaterAachen erleben die Schauspieler in dieser Spielzeit große Erfolge.
Das Konzept ist einfach und begeisternd: Junge Leute die größtenteils noch nie schauspielerisch tätig waren oder mit dem Theater in Berührung kamen, werden für das "Projekt A" gewonnen und stellen begeisternde Aufführungen auf die Beine. Das durchschnittliche Alter der Schauspieler liegt bei 2o Jahren, die größtenteils einen Migrationshintergrund haben. Arbeitslosigkeit, Liebeskummer, Generationenkonflikt und Gewalt - all die Schwierigkeiten des Alltags, die die Jugendlichen aus dem Aachener Ostviertel kennen, werden durch den Regisseur Martin Goltsch vom TheaterausBruch in geschickter Weise in den Theaterstoff zeitgemäß und brisant eingearbeitet.
Von dieser engagierten Jugendarbeit war auch der KIWANIS Club Aachen begeistert und unterstützt diese Arbeit mit einer Spende von 5.000 €. Wir beschreiten damit einen neuen Weg mit dem Stadttheater Aachen und planen für die Zukunft  gemeinsam weitere interessante Aktivitäten

Hier ein Bericht über das Schauspiel:
Die Realität spielt mit

Junge Menschen aus dem Ostviertel bringen in der Rheinnadelfabrik am Reichsweg erneut das Erfolgsstück „Romeo und Julia“ auf die Bühne

Von Martina Stöhr

Aachen. Bis vor Kurzem noch war ungewiss, ob es zu einer Neuauflage von „Romeo und Julia“ kommen würde. Doch jetzt ist klar: Der überwältigende Erfolg imvergangenen Jahr wird ein Nachspiel haben: Das Theaterprojekt mit jungen Menschen aus dem Ostviertel kommt erneut auf die Bühne, mit zum Teil neuer Besetzung.
„Die Arbeit mit den jungen Menschen aus dem Ostviertel gestaltet sich nicht immer einfach“, sagt Martin Goltsch, der für die Inszenierung verantwortlich ist. Er und sein Team hatten eine Reihe von Schwierigkeiten zu überwinden, bevor sie sicher sein konnten, dass es auch diesmal klappt mit der Premiere.
Die schwierigen Lebensverhältnisse der Schauspieler aus dem Ostviertel bringen den Probenplan immer mal wieder ins Wanken, und die Arbeit in der multikulturellen Gruppe wird nicht selten zu einer gruppendynamischen Achterbahnfahrt, so die Verantwortlichen. Und denen geht es in erster Linie um das künstlerische Ergebnis:
dass das Projekt auch eine „erzieherische“ Komponente hat, ist für sie in erster Linie eine Begleiterscheinung – wenn auch eine durchaus willkommene.

Explosives Gemisch

Der Shakespeare-Stoff dient als Vorlage für eine Inszenierung, in der sich das Leben und die Erfahrungen der jungen Leute aus dem Ostviertel spiegeln. Die Türkin Julia Capulet und der Deutsche Romeo Montague verlieben sich und beginnen eine berührende Reise durch die jeweils andere Kultur.
Julias Bruder setzt alles daran, die Liebenden auseinanderzubringen. Bei einem nächtlichen Kampf eskaliert die Situation und mündet in einem explosiven Gemisch aus Angst, Rache, Ehre und Flucht. Was es heißt, wenn unterschiedliche Nationalitäten aufeinandertreffen und sich bis aufs Messer bekämpfen, das wissen die jungen Leute aus dem Ostviertel zum Teil aus eigener Erfahrung.

Goltsch nimmt ihre Anregungen entsprechend ernst, und die Dialoge reflektieren ihren Jargon. Immer wieder wurde improvisiert, wurden Texte neu geschrieben und dann wieder verworfen. Ein zwar mühsames, aber sehr fruchtbares Unterfangen, so Goltsch.

Die türkische Julia und der deutsche Romeo lieben sich zwar nur auf der Bühne, also nur zum Schein, dennoch sei es nicht leicht gewesen, eine türkische Darstellerin für die Julia zu finden. Immerhin müsse sie ihren Romeo ja küssen – und das gehe vielen muslimischen Vätern entschieden zu weit, meint Martin Goltsch. Er selbst sei bei der Inszenierung des Stückes an Grenzen gestoßen, von deren Existenz er nicht einmal etwas geahnt habe, sagt er.

Unbekannte Facetten

Auch den jungen Schauspielern eröffnen die Proben eine neue Welt. Und das im wahrsten Sinne des Wortes. Denn inzwischen sind sie auch über Aachen hinaus gefragt. „Es schlummert mehr in einem, als man denkt“, sagt Armiti Fasihzadeh, die Julias Vertraute und die Freundin ihres Bruders spielt. „Man entdeckt Facetten an sich, die man gar nicht kannte“, fügt sie hinzu. „Ich habe Freunde gefunden, mit denen ich Spaß habe. Das alles ist eine unbezahlbare Erfahrung“, meint Tamer Celtek, einer der „Capulets“. Und Alexander Milz (Romeo) findet es beeindruckend, vor hundert Leuten zu stehen und dazu beizutragen, dass „sie Spaß haben und ihren Alltag für eine kleine Weile vergessen“.


Ein Erfolgsstück wird erneut aufgeführt: In einer modernisierten Fassung von Shakespeares „Romeo und Julia“ sind Alexander Milz und Pinar Camkiran in der Rheinnadelfabrik zu erleben. Foto: Heike Lachmann

Die Inszenierung von Martin Goltsch entstand in einer Kooperation von Theater Aachen und Theater-Ausbruch. Dramaturgie: Lukas Popovic, pädagogische Leitung: Brigitte Köhr.

Bei Fragen wenden Sie sich bitte an: [webmaster@kiwanis-aachen.de]
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letzte Änderung: 07.12.2011

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